Die Schwyzer Horngruppe erlebte eine interessante, genussvolle und gemütliche Musikreise im schönen Langenlois.

Nach einer intensiven Nachtzugreise kam der Grossteil der Schwyzer Hornistinnen und Hornisten frühmorgens in St. Pölten an und überbrückte die Zeit bis die Kleinbusse gemietet waren mit einem zünftigen zweiten Frühstück. So gestärkt begaben sie sich dann auf die kurze Busfahrt nach Langenlois ins Hotel Vierzigerhof, wo auch gleich die erste Probe anstand; man ist schliesslich (auch) auf einer Musikreise.

Beim Mittagessen im Langenloiser Hof machten wir die erste Bekanntschaft mit den berühmtesten, lokalen Spezialitäten: Backhendl und grüner Veltliner. Anschliessend stand der Besuch beim berühmten Hornproduzenten Andreas Jungwirth auf dem Programm. Er gab uns einen interessanten Einblick in die Produktion seiner Natur-, Wiener, Doppelhörner und Wagnertuben für die ganze Welt, an denen jedes Einzelteil im lauschigen Freischling eigens gefertigt wird.

Erich Kroneder präsentiert seine Weine
Erich Kroneder präsentiert seine Weine (Bild: Martina Müller)

Gegen Abend waren wir zu Gast bei Erich und Karin Kroneder, einem charmanten Winzerpaar. Sie gaben uns interessante Einblicke in ihren Betrieb, die Keller und erzählten natürlich Wissenswertes und Philosophisches zum «Produkt Wein». Selbstverständlich gab es auch eine kommentierte Verkostung des Kroneder-Sortimentes mit Grünem Veltliner, Riesling, Weissburgunder, Chardonnay und Zweigelt. Dazu langten wir bei der kräftigen Jause zünftig zu, wurden mit einem Ständchen einer Formation der Stadtkapelle Langenlois überrascht, revanchierten uns mit lüpfigem Hornspiel aus den Grünen Büchlein und sassen gemütlich zusammen bis spät in die Nacht.

Auf das bekömmliche Frühstück im sehr schön gelegenen Vierzigerhof, folgte eine intensive zweite Probe für unsere Konzerte bevor es dann zur Stadtführung in Langenlois ging. Das Städchen Langenlois kann auf eine intensiv mit dem Weinbau verflochtene, lange Geschichte zurück blicken. Da erfuhren wir auch, was es mit den bis heute einflussreichen «Vierzigern» auf sich hat: Dies war ein Gruppe, die im Mittelalter vom oberen Dorfteil umsiedelte ins Gebiet des heute grösseren und wichtigeren unteren Dorfteils mit den beiden Hauptplätzen und Kirche. Am Nachmittag ging es gleich kulturell weiter mit dem Besuch und einer Führung im Loisium, dem lokalen Weinmuseum, das einen multimedial und museumspädagogisch aufwändig gestalteten, abwechslungsreichen Rundgang zu bieten hatte. Beim Quiz, charmant moderiert von Tatjana, unserer Leiterin durch den Rundgang, stellte sich heraus, dass die meisten schon am Vorabend gut zugehört hatten: Die letzte Frage musste entscheiden, welche der beiden Gruppen den Siegerpreis (Grüner Veltliner natürlich…) überreicht bekam.

Zurück im Vierzigerhof hatte Werner Proschinger, der Vizeobmann der Langenloiser Stadtkapelle mit seiner Crew schon alles bereit gemacht für das erste musikalische Highlight: Das Konzert der Schwyzer Horngruppe!

Gruppenbild im Vierzigerhof
Gruppenbild im Vierzigerhof (Bild: Martina Müller)

Das Konzert im schönen Innenhof des Vierzigerhofs war eine abwechslungsreiche Mischung aus traditioneller und moderner Hornmusik, das die Zuhörerinnen und Zuhörer – viele davon aktive Musikanten – begeisterte, umso mehr als dass das Waldhorn in der Blasmusik dieser Region ein reiner «Nachschlaglieferant» ist. Sehr begeistert betonten die Langenloiser nach dem Konzert immer wieder, wie überrascht sie waren und wie gut es ihnen gefallen hatte. Im Anschluss an das Konzert offerierte die Stadkapelle einen Apéro (nicht nur aber auch Grüner Veltliner).
Konzertbericht von Ulli Paur

Danach gastierten wir bei einem Star der der österreichischen Winzerszene. Im Heurigenhof Bründlmayer folgte auf den musikalischen der kulinarische Höhepunkt unserer Reise. Das edle Fünfgangmenü mit Weinbegleitung im gemütlichen Lokal liess keine Wünsche offen.

Schwyzer Horngruppe konzertiert in den Heurigen
Schwyzer Horngruppe konzertiert in den Heurigen (Bild: Martina Müller)

Nach dem wiederum sehr guten Frühstück chauffierten uns unsere beiden Fahrer Andy und Philipp nach Krems, wo wir mitten in einem zünftigen Marillenfest im Altstädtchen landeten. Anschliessend gings auf der Donau durch die Wachau, vorbei unter anderem an der Ruine Dürnstein, deren berühmtester Gefangener im Mittelalter Richard Löwenherz war. Nach einer kurzen Pause ging es dann zu Fuss zum Heurigen Schmid am Sauberg, unserer Konzertlocation. Direkt vor dem Heurigen gaben wir dann unser zweites Konzert, wiederum für ein interessiertes, aufmerksames Publikum. Vor allem auch bei den urchigen Büchelstücken, gespielt von Armin Imlig wurde es ganz still in den Heurigen. Den Abend verbrachten wir beim Steinschaden-Wirt, der sich von unseren spontanen Grüne Büchlein-Ständchen noch zu einer ebenso spontanen Kellerführung und Weinverkostung hinreissen liess.

Blick zurück auf die schöne Landschaft rund um Langenlois
Blick zurück auf die schöne Landschaft rund um Langenlois (Bild: Martina Müller)

Am Sonntag hiess es dann schon wieder die Koffer packen und Abschied nehmen. Insgesamt erlebten wir in Langenlois sehr gemütliche, genussvolle und schöne Tage. Wir bedanken uns herzlich bei allen Gastgeberinnen und Gastgebern.

Gemütlichkeit, Hornmusik und … Grüner Veltliner
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